Darf man Heilsgeschichten immer Glauben schenken? | Anekdote

Sprach einst auf einer Wallfahrt nach Rom ein Novize zu seinem Abt: „Vater ich habe herausgefunden, dass der heilige Stefanus wohl eine Missgeburt gewesen sein muss. Ich habe auf unserer Reise nun schon fünfundzwanzig Finger des heiligen Stefanus, dazu sieben Oberschenkelknochen, zwei Schädel, an die hundert Zähne und so viele Rippen, dass einem davon ganz schwindelig werden könnte, gezählt. Und jeder dieser heiligen Knochen wurde als echte Reliquie ausgestellt. Wenn also die Geistlichen alle die Wahrheit sprechen, und ein guter Christenmensch selbstverständlich glaubt, dass die Kirche niemals lügt, muss davon ausgegangen werden, dass der Heilige eine Missgeburt mit zwei Köpfen, unglaublich vielen Zähnen, einer Hand mit zwölf und der anderen mit dreizehn Fingern, sieben Beinen und einem wenigstens drei Klafter hohen Brustkorb war, damit er all diese Rippen fassen konnte.“
Da sprach der Abt zu seinem Schüler: „Bete mein Sohn um den rechten Glauben!“

Über Aventin

Von einem, der sich aufmachte Weisheit zu finden. - Fabeln - Novellen - Sagen - https://aventin.de
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0 Antworten zu Darf man Heilsgeschichten immer Glauben schenken? | Anekdote

  1. Marcel DarkLord schreibt:

    Da könnte man fast schon eine Glaubenskrise bekommen, wenn nicht schon vorhanden 😉

    Gefällt mir

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